Die kalte Jahreszeit stellt viele Hausbesitzer vor besondere Herausforderungen. Während die Temperaturen sinken, steigen die Heizkosten oft dramatisch an. Experten der Handwerkskammer haben drei kritische Fehler identifiziert, die in deutschen Haushalten während der Wintermonate besonders häufig auftreten. Diese Versäumnisse führen nicht nur zu erheblichen Energieverlusten, sondern können auch kostspielige Schäden an der Bausubstanz verursachen. Ein bewusster Umgang mit der Haustechnik und rechtzeitige Präventivmaßnahmen können jedoch erhebliche Einsparungen ermöglichen und gleichzeitig den Wohnkomfort deutlich verbessern.
So vermeiden Sie Wärmeverluste durch Fenster
Undichte Stellen erkennen und beseitigen
Fenster gehören zu den größten Schwachstellen in der Gebäudehülle. Bis zu 25 Prozent der Heizenergie können durch schlecht isolierte oder undichte Fenster verloren gehen. Die Handwerkskammer empfiehlt, regelmäßig alle Fenster auf Zugluft zu überprüfen. Eine einfache Methode besteht darin, bei geschlossenem Fenster eine brennende Kerze entlang der Rahmen zu führen. Flackert die Flamme, deutet dies auf undichte Stellen hin.
Zur Abdichtung stehen verschiedene Lösungen zur Verfügung:
- Selbstklebende Dichtungsbänder aus Schaumstoff oder Gummi für kleinere Spalten
- Spezielle Fensterdichtungen für größere Undichtigkeiten
- Professionelle Nachjustierung der Fensterbeschläge durch einen Fachbetrieb
- Austausch veralteter Dichtungen alle fünf bis sieben Jahre
Zusätzliche Isoliermaßnahmen für die Wintermonate
Neben der Abdichtung können weitere Maßnahmen die Wärmedämmung von Fenstern verbessern. Thermogardinen oder Rollläden reduzieren den Wärmeverlust in den Nachtstunden erheblich. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts zeigt, dass geschlossene Rollläden die Wärmeverluste um bis zu 20 Prozent senken können. Auch das Anbringen von Isolierfolien auf der Innenseite der Fensterscheiben stellt eine kostengünstige Alternative dar, besonders bei älteren Einfachverglasungen.
| Maßnahme | Einsparpotenzial | Kosten |
|---|---|---|
| Dichtungsbänder | 5-10% | Gering |
| Thermogardinen | 10-15% | Mittel |
| Rollläden | 15-20% | Mittel bis hoch |
| Isolierfolien | 8-12% | Gering |
Diese Maßnahmen zur Fenstersanierung bilden jedoch nur einen Teil der notwendigen Wintervorbereitungen, denn auch die Heizungsanlage selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Die Bedeutung der Wartung der Heizung
Regelmäßige Inspektion verhindert teure Ausfälle
Ein häufiger und kostenintensiver Fehler ist die vernachlässigte Wartung der Heizungsanlage. Die Handwerkskammer empfiehlt eine jährliche Inspektion durch einen qualifizierten Heizungstechniker, idealerweise vor Beginn der Heizperiode im Herbst. Bei dieser Wartung werden alle sicherheitsrelevanten Komponenten überprüft, Verschleißteile ausgetauscht und die Einstellungen optimiert.
Eine ungewartete Heizung arbeitet ineffizient und verbraucht bis zu 15 Prozent mehr Energie als ein optimal eingestelltes System. Zudem steigt das Risiko eines Ausfalls während der kalten Wintermonate erheblich. Die Kosten für eine Notfallreparatur übersteigen die Ausgaben für eine präventive Wartung oft um ein Vielfaches.
Entlüftung der Heizkörper spart Energie
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Heizungswartung betrifft die Heizkörper selbst. Wenn diese gluckernde Geräusche von sich geben oder nicht gleichmäßig warm werden, befindet sich Luft im System. Dies führt zu einer verminderten Heizleistung und erhöhtem Energieverbrauch. Das Entlüften der Heizkörper ist eine einfache Maßnahme, die jeder Hausbesitzer selbst durchführen kann:
- Heizung aufdrehen und vollständig erwärmen lassen
- Heizungspumpe ausschalten und etwa 30 Minuten warten
- Entlüftungsventil mit einem Vierkantschlüssel öffnen
- Warten bis keine Luft mehr austritt und nur noch Wasser kommt
- Ventil wieder schließen und Wasserdruck der Heizungsanlage prüfen
Neben der Heizungsanlage selbst stellen auch die Wasserleitungen im Haus eine potenzielle Gefahrenquelle während der Wintermonate dar.
Frostbedingte Schäden an Rohrleitungen verhindern
Gefährdete Bereiche identifizieren und schützen
Gefrorene und geplatzte Wasserleitungen gehören zu den häufigsten Winterschäden in deutschen Haushalten. Besonders gefährdet sind Rohrleitungen in unbeheizten Räumen wie Kellern, Garagen, Dachböden oder Außenwänden. Wenn Wasser in den Leitungen gefriert, dehnt es sich aus und kann die Rohre zum Platzen bringen. Die entstehenden Wasserschäden erreichen oft fünfstellige Beträge.
Die Handwerkskammer rät dazu, alle gefährdeten Leitungen vor dem ersten Frost zu isolieren. Spezielle Rohrisolierungen aus Schaumstoff oder Mineralwolle sind in jedem Baumarkt erhältlich und lassen sich einfach anbringen. Für besonders exponierte Bereiche empfehlen sich zusätzlich elektrische Heizbänder, die bei niedrigen Temperaturen automatisch aktiviert werden.
Vorsichtsmaßnahmen bei Abwesenheit
Wenn das Haus über längere Zeit unbewohnt bleibt, sollten zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Die Heizung darf niemals vollständig ausgeschaltet werden, sondern sollte auf einer Mindesttemperatur von etwa 15 Grad gehalten werden. Alternativ kann das gesamte Wassersystem entleert werden:
- Hauptwasserhahn schließen
- Alle Wasserhähne öffnen und vollständig entleeren lassen
- Toilettenspülkästen leeren
- Siphons mit Frostschutzmittel füllen
- Heizungsanlage auf Frostschutzprogramm stellen
Während Rohrleitungen vor Frost geschützt werden müssen, verdienen auch die Eingangstüren besondere Beachtung hinsichtlich ihrer Isolierleistung.
Optimierung der Wärmedämmung von Eingangstüren
Schwachstellen an Türen erkennen
Eingangstüren stellen oft eine unterschätzte Quelle für Wärmeverluste dar. Besonders ältere Türen weisen häufig Mängel in der Isolierung auf. Die Handwerkskammer empfiehlt, den Zustand der Türdichtungen mindestens einmal jährlich zu überprüfen. Spröde oder beschädigte Dichtungen sollten umgehend ausgetauscht werden, da sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen.
Auch der Bereich zwischen Türrahmen und Mauerwerk kann undicht sein. Hier hilft eine Überprüfung mit der bereits erwähnten Kerzenmethode. Zugluft am Türrahmen lässt sich durch das Nacharbeiten der Verfugung beheben. Bei größeren Spalten können Dichtungsprofile oder Zugluftstopper Abhilfe schaffen.
Zusätzliche Isoliermaßnahmen für Eingangsbereiche
Für eine optimale Wärmedämmung können weitere Maßnahmen sinnvoll sein. Ein Windfang oder eine Schleuse im Eingangsbereich verhindert, dass beim Öffnen der Tür kalte Luft direkt in die beheizten Wohnräume strömt. Auch schwere Vorhänge oder Türvorleger tragen zur Verbesserung der Isolierung bei.
| Maßnahme | Wirksamkeit | Umsetzbarkeit |
|---|---|---|
| Dichtungen erneuern | Hoch | Einfach |
| Zugluftstopper | Mittel | Sehr einfach |
| Windfang einbauen | Sehr hoch | Aufwendig |
| Türvorhang | Mittel | Einfach |
Neben der Optimierung der Gebäudehülle spielt auch die Wahl der richtigen Heizgeräte eine entscheidende Rolle für einen effizienten Winterbetrieb.
Die richtige Auswahl der Heizgeräte
Zentrale versus dezentrale Heizlösungen
Die Handwerkskammer warnt vor dem übermäßigen Einsatz elektrischer Zusatzheizgeräte. Viele Haushalte greifen in kalten Räumen zu Heizlüftern oder Radiatoren, ohne die Konsequenzen für die Stromrechnung zu bedenken. Elektrische Direktheizungen gehören zu den teuersten Heizmethoden und sollten nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen.
Sinnvoller ist es, die zentrale Heizungsanlage optimal zu nutzen und gegebenenfalls durch effizientere Lösungen zu ergänzen. Moderne Infrarotheizungen können in bestimmten Situationen eine wirtschaftliche Alternative darstellen, insbesondere in selten genutzten Räumen. Sie erwärmen nicht die Luft, sondern Objekte und Personen direkt, was zu einem angenehmeren Raumklima führt.
Effiziente Nutzung von Zusatzheizungen
Wenn der Einsatz von Zusatzheizgeräten unvermeidbar ist, sollten folgende Aspekte beachtet werden:
- Nur Geräte mit Thermostat und Überhitzungsschutz verwenden
- Heizgeräte niemals unbeaufsichtigt laufen lassen
- Ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien einhalten
- Regelmäßige Kontrolle der elektrischen Anschlüsse
- Zeitschaltuhren zur Begrenzung der Betriebsdauer einsetzen
Die richtige Auswahl und Nutzung von Heizgeräten ist jedoch nur ein Baustein eines umfassenden Energiesparkonzepts für die Wintermonate.
Tipps zur Energieeinsparung im Winter
Optimales Heizverhalten im Alltag
Die Handwerkskammer betont, dass richtiges Heizen und Lüften erhebliche Einsparungen ermöglicht. Die ideale Raumtemperatur liegt im Wohnbereich bei etwa 20 Grad, im Schlafzimmer genügen 16 bis 18 Grad. Jedes Grad weniger reduziert die Heizkosten um etwa sechs Prozent. Thermostatventile sollten nicht ständig auf- und zugedreht werden, sondern auf einer konstanten Stufe bleiben.
Beim Lüften gilt die Regel: kurz und intensiv statt dauerhaft gekippt. Stoßlüften für fünf bis zehn Minuten bei weit geöffneten Fenstern sorgt für ausreichenden Luftaustausch, ohne die Wände auszukühlen. Gekippte Fenster hingegen verschwenden Energie und begünstigen Schimmelbildung.
Weitere Maßnahmen zur Kostensenkung
Zusätzlich zu den bereits genannten Maßnahmen können folgende Tipps helfen, die Energiekosten im Winter zu senken:
- Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdecken
- Türen zwischen beheizten und unbeheizten Räumen geschlossen halten
- Rollläden und Vorhänge nachts schließen
- Programmierbare Thermostate zur Nachtabsenkung nutzen
- Warmwassertemperatur auf maximal 60 Grad begrenzen
- Hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage durchführen lassen
| Maßnahme | Einsparpotenzial pro Jahr | Investition |
|---|---|---|
| Temperatur um 1°C senken | ca. 60 Euro | Keine |
| Hydraulischer Abgleich | 80-120 Euro | 400-800 Euro |
| Programmierbare Thermostate | 100-150 Euro | 200-400 Euro |
| Optimiertes Lüften | 50-80 Euro | Keine |
Die von der Handwerkskammer identifizierten Hauptfehler im winterlichen Haushalt lassen sich mit überschaubarem Aufwand vermeiden. Durch systematische Kontrolle und Wartung der Fenster, Türen und Heizungsanlagen sowie durch bewusstes Heiz- und Lüftungsverhalten können Hausbesitzer ihre Energiekosten deutlich senken. Besonders die Kombination verschiedener Maßnahmen führt zu spürbaren Einsparungen. Die Investition in präventive Maßnahmen zahlt sich nicht nur finanziell aus, sondern erhöht auch den Wohnkomfort und schützt die Bausubstanz vor kostspieligen Frostschäden. Eine rechtzeitige Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit ist daher unerlässlich für einen sorgenfreien Winter.



